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Spinalkanalstenose – Symptome, Diagnose, Therapie

Spinalkanalstenose

 

Die Ursachen von Rückenschmerzen können vielfältig sein. Und längst nicht immer ist ein Bandscheibenvorfall die Ursache. Heute präsentieren wir dir die Spinalkanalstenose – wenn die Nervenwurzeln eingeengt werden.

 

Definition und Ursache der Spinalkanalstenose

Wenn sich der Wirbelsäulenkanal (Spinalkanal) aufgrund von Verschleiß (Degeneration) verengt und das darin liegende Rückenmark bedrängt wird, spricht man von einer Spinalkanalstenose. Das kann die Halswirbelsäule (cervikal), Brustwirbelsäule (thorakal), oder am häufigsten die Lendenwirbelsäule (lumbal) betreffen.

Vorwiegend sind hiervon Menschen höheren Alters, über 60 und älter, betroffen. Es existieren auch seltene Fälle der angeborenen (kongenitalen) Spinalkanalstenose, die zu Beschwerden zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr führen.

 

Symptome

Da die Symptome sehr vielfältig sind und sich eher über längere Zeiträume hinweg langsam entwickeln, hier eine Auflistung der allgemein unspezifischen Symptome:

  • Lumboischialgie: Rückenschmerzen (Lumbago), die oft einseitig in die Beine ausstrahlen
  • Bewegungseinschränkung der Lendenwirbelsäule
  • Muskelverspannungen im unteren Rückenbereich

Bei Fortschreiten der spinalen Stenose kommt es zu:

  • Gefühlsstörungen in den Beinen, z.B. Brennen, Ameisenlaufen, Kältegefühl, Watte unter den Füßen
  • Schwächegefühl in der Beinmuskulatur
  • Blasen- und/oder Mastdarmstörungen (Probleme wie z. B. Inkontinenz beim Stuhlgang und Wasserlassen)
  • gestörte Sexualfunktion

 

Symptome der lumbalen degenerativen Spinalkanalstenose

Typisch für Menschen, die an der lumbal degenerativen Spinalkanalstenose erkrankt sind, ist, dass sie nur noch kürzere Strecken bewältigen können. Es kommt beim Gehen ein Schweregefühl, Taubheitsgefühl, oder Schmerzgefühl auf. Sie neigen dazu, sich nach vorne zu bücken, da dies den Spinalkanal entlastet. Dabei stellt Fahrradfahren in der Regel keine Probleme dar.

 

Spinalkanalstenose an der Halswirbelsäule

Die Verengung des Halswirbelkanals resultiert in eine zunehmende Ungeschicklichkeit der Hände. Es fallen Dinge schwer wie: Das Zuknöpfen von Hemden, Nadeln einfädeln, Münzenzählen, das Greifen von kleinen Gegenständen oder das Schreiben.

Im fortgeschrittenen Stadium fallen Gegenstände aus der Hand. Die Beine werden wackelig und das Gehen unsicher, Patienten neigen zum Breitgang und berichten über ein „Gefühl wie Holz oder Zement“ in den Beinen.

 

Diagnose

Wenn die benannten Symptome für eine Spinalkanalstenose vorliegen, ist als erstes ein Facharzt aufzusuchen: Orthopäden und Neurologen sind die beste Anlaufstelle, um eine Spinalkanalverengung identifizieren zu können. Über die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) können neuronale Strukturen des Rückenmarks und der Nervenwurzeln, sowie die Bandscheiben und Blutgefäße sehr gut erkannt und untersucht werden. Für Patienten mit Herzschrittmacher oder Platzangst ist auch eine Computer-Tomographie (CT) möglich.

Alternativ werden spinale Stenosen auch anhand von sensibel oder motorisch evozierter Potenziale (SEP, MEP) aufgedeckt. Dabei wird über Elektroden die Stromleitgeschwindigkeit im Rückenmark oder den Nevern (dann spricht man von einer Elektromyographie) überprüft.

 

Behandlung

Konservativ 

Viele Spinalkanalverengungen sind,  besonders im frühen Stadium, ohne Operation behandelbar. Dabei wird über Physiotherapie, manuelle Therapie, Osteopathie oder physikalische Therapie, ggf. unter Einsatz dosierter Schmerzmedikation, gezielt die Muskulatur aufgebaut, sodass die Schmerzen gelindert und damit die Nervenbahnen befreit werden. Wärmetherapie, Elektrotherapie und sogar der Einsatz einen Stützkorsetts können dabei eine helfende Rolle spielen.

Auch eigenständig können Patienten schon Fortschritte erzielen, indem sie konsequent langes Stehen oder Sitzen vermeiden.

 

Minimal-invasive Therapien

Die 4 Varianten der minimal-invasiven Therapien umfassen die:

  • periradikuläre Therapie: Ein lokales Betäubungsmittel wird an die Nervenwurzel nahe der Spinalverengung injiziert.
  • Facettentherapie: Injektion von Lokalanästhetika und/oder Kortison in die Gelenkkapsel
  • Kryodenervation: Der geschädigte und Schmerzen ausstrahlende Nerv wird durch Kälte oder Wärme (Radiofrequenz-Thermoläsion) ausgeschaltet

 

Operationen der Spinalkanalstenose

  • Dekompression des eingeengten Nerven: Hierfür werden der betroffene Wirbelbogen zusammen mit dem Dornfortsatz (Hemi-/Laminektomie) oder abstehende Teile des Wirbelbogens entfernt (Mikrodekompression).
  • Fusion/Spondylodese: Die Wirbel werden durch Schrauben oder Teile des Beckenkamms miteinander verbunden, um ein gegenseitiges Verrutschen auszuschließen.
  • Über Interspinöse Implantate werden die Dornfortsätze verbunden, um die Vor- oder Rückwärtsneigung der Wirbelsäule an der Stenose zu verhindern.

 

 

 

 



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