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Patellaspitzensyndrom – Was dem Knie hilft

Das Patellasehnensyndrom/Patellaspitzensyndrom oder auch umgangssprachlich „Jumpers Knee“ (übersetzt: Springer-Knie) genannt, gehört zu den verbreitetsten Knieproblemen eines Sportlers.

Es handelt sich dabei um eine Überbelastungskrankheit der Sehne im Kniegelenk. Das Kniegelenk besteht aus dem Oberschenkelknochen, der Kniescheibe und dem Unterschenkelknochen. Die Kniescheibe ist ein Knochen, der in einer Sehne eingebettet ist. Mit Hilfe der Kniescheibe wird die Kraft vom Oberschenkel auf den Unterschenkel überträgen. Genau bei dieser Sehne, finden die Probleme statt.

 

Arten und Ursachen:

In den meisten Fällen klagen Patienten mit Patellasehnensyndrom über einen Schmerz in der Kniescheibenspitze. Je nach Erkrankungsstadium treten die Schmerzen bei Belastungen auf oder bei fortgeschrittenem Stadium auch permanent. Meistens treten die Schmerzen phasenweise auf und es dauert sehr lange, diese wieder in den Griff zu bekommen. Deshalb rate ich dir bei Knieproblemen nicht lange zu warten und rechtzeitig einen Arzt zur Seite zu holen.

Die Ursachen für diese Krankheit sind sehr vielfältig: Von zu hohem Stand der Kniescheibe, Wachstumsstörungen der Kniescheibe oder Sehnenansatz, verkürzte Beinmuskulatur bis hin zur angeborenen Bandschwäche.

In den meisten Fällen jedoch, tritt die Krankheit bei Sportlern auf, bei der dauerhafte Zug- und Druckbelastungen an der Tagesordnung stehen und bei der sehr viel gesprungen wird. Wie zum Beispiel: Laufen, Volleyball, Basketball, Weitsprung, Hochsprung, etc.
Aber auch Menschen, die gerade mit einer der genannten Lauf- und Sprung-Sportarten anfangen wollen, gehören zu der Risikogruppe, da das Kniegelenk noch nicht auf die Belastungen gewohnt ist.

 

Diagnose und Therapie der Schulmedizin:

Bei der körperlichen Untersuchung wird meist ein Druckschmerz der unteren Kniescheibenspitze festgestellt. Auch verursacht das Strecken gegen einen Widerstand Probleme. Darüber hinaus kann der Arzt auch mittels Ultraschall und Kernspintomographie das Syndrom feststellen.

Steht die Diagnose fest, soll auf Lauf- und Sprung-Sportarten gänzlich verzichtet werden. Als Alternative kann man Sportarten betreiben, die nicht das Kniegelenk zu sehr belasten, z.B. Schwimmen, Radfahren, etc. Entzündungshemmende Salben oder Tabletten können dabei als Unterstützung dienen. Treten die Schmerzen dennoch weiter auf, wird zu Kortisonspritzen ins Kniegelenk oder operativen Eingriffen wie die Entfernung eines Teils der Sehne geraten.

 

Patellaspitzensyndrom mit Osteopathie behandeln:

Der Osteopath wird den Patienten im Ganzen betrachten. Es macht Sinn auch andere Strukturen im Körper genauer zu untersuchen. Hier wird getestet ob es Spannungsveränderungen, Dysfunktionen und Einschränkungen des Gewebes gibt. In meiner Praxis beobachte ich, dass vor allem ein Beckenschiefstand ein häufiger Verursacher für Patellaspitzensyndrom ist. Die Korrektur des Beckens und das Behandeln der beteiligten Strukturen könnte die Schmerzen an der Ursache anpacken.

Auch Fehlstellung oder Spannungsveränderung im Fußgelenk, könnte eine mögliche Ursache für die Knieschmerzen sein. Also nicht wundern, wenn der Osteopath den Fuß, statt das Kniegelenk behandelt.

Am wenigsten vermuten würde man die Ursache im Bauchbereich. Nach einer umfassenden Untersuchung stellt der Osteopath fest, ob Verklebungen von viszeralem Gewebe, Organsenkungen und Fehlspannungen vorhanden sind und die Indikationen für eine Behandlung besteht.

 

Vorbeugung von Patellaspitzensyndrom:

Um gar nicht erst Probleme mit der Patellasehne zu bekommen, ist Aufwärmen vor dem Sport und Dehnen nach dem Sport unabdingbar. Nach dem Training würde ich dir statisches Dehnen mit folgenden Übungen empfehlen:

  • Oberschenkelrückseite: Im hüftbreiten Stand die Beine strecken und der Oberkörper wird mit geradem Rücken Richtung Boden gebeugt.
  • Oberschenkelvorderseite: Im Kniestand aktiv die Hüfte nach vorne schieben und die Hände am unteren Rücken positionieren. Mit vorgebeugter Hüfte lehnst du dich nun nach hinten.
  • Wadenmuskulatur: Du stellst dich auf einen erhöhten Boden (z.B. Treppenstufe, Step) und ein Fuß ist mittig an der Kante des Steps aufgestellt. Der Oberkörper ist gerade und die Arme sind nach unten gestreckt und balancieren ggf. aus. Die Ferse wird nach unten geführt.

 

Das Beweglichkeitskonzept von FIVE (Übungen gegen Patellaspitzensyndrom wie z.B. ISCHIO, SPAGAT und KNIESTAND) stellt für das Dehnen eine sehr gutes Hilfsmittel dar, die alle Muskelketten dehnen und die Erfolge sichtbar machen.

 

Übungen gegen Patellaspitzensyndrom

In den seltensten Fällen ist Ausruhen das beste Mittel gegen das Patellaspitzensyndrom. In den folgenden 2 YouTube-Videos zeige ich euch, welche Übungen gegen die Knieschmerzen helfen können.

Übung um den Stoffwechsel der Sehne zu verbessern: Das Bein, was trainiert werden soll, ist mit der Ferse auf einer kleinen Erhöhung (z.B. Bücher). Die Knie und Fußspitzen zeigen nach vorne. Das Knie gebeugt, dass keine Schmerzen zu spüren sind. Dabei kann das andere Bein durch Druck in den Boden mithelfen. Beim Hochdrücken hilft das andere Bein auf jeden Fall mit.

Dauer: Am Besten jeden Tag (2 Sätze mit jeweils 15 Wiederholungen)

 

Im folgenden sind noch 3 weitere Übungen erklärt:

  • 1. Übung (Couch-Stretch; Dehnung der Oberschenkelvorderseite und dem Hüftbeuger): Das zu dehnende Bein wird mit dem Knie auf einer Unterlage abgelegt und der Unterschenkel zeigt nach oben. Der Fuß liegt dabei z.B. gegen eine Wand oder einer Coach. Das andere Bein ist zu 90° aufgestellt. Jetzt gehst du mit dem Knie, das auf der Unterlage ist, immer weiter nach hinten, bis eine Dehnung zu spüren ist. Zusätzlich kann der Oberkörper mit der Hüfte nach vorne und dem Kinn Richtung Kehlkopf nach hinten verlagert werden. Dauer: Am Besten jeden Tag (2-3 Sätze auf jeder Seite, 1 Minute lang Dehnung halten).
  • 2. Übung (Kniestand; Dehnung der Oberschenkelvorderseite und dem Hüftbeuger): Ein Powerband wird an einen festen Gegenstand (z.B. Heizkörper) befestigt. Die Knie sind auf einer Unterlage. Das Band wird mit gestreckten Armen gehalten. Die Hüfte ist vorgebeugt und das Kinn ist Richtung Kehlkopf nach unten geneigt. Nun wird der Oberkörper nach hinten, bis eine eine Dehnung zu spüren ist. Ist die Dehnung zu schwach, nimm etwas weniger vom Band, um den Oberkörper weiter Richtung Boden verlagern zu können. Dauer: Am Besten jeden Tag (2-3 Sätze, 20-30 Sekunden lang Dehnung halten).
  • 3. Übung (Faszienrolle; Spannung der Faszien der Oberschenkelvorderseite lösen): In Liegestütz-Position wird die Faszienrolle unter den Oberschenkel gelegt. Dann wird ganz langsam von der Hüfte bis runter zur Kniescheibe die Faszienrolle bewegt. Bei Stellen die besonders schmerzhaft sind, sollte das Gewicht darauf länger verlängert werden. Dauer: Am Besten jeden Tag (2-3 Sätze pro Seite)

 

 

Viel Spaß & Erfolg beim Ausprobieren!



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Kommentare


Nick Ferl 22. Oktober 2017 um 16:33

Guten Tag,

ich habe jetzt seit über 2 Jahren Probleme mit meiner Patellasehne. Anfangs beidseitig und jetzt nur noch im rechten Knie. ich versuche viel zu dehnen, aber es wird auf Dauer nicht besser. Immer als ich an einem Punkt war, wo die Schmerzen nachgelassen haben, wurde ich wieder ausgebremst. Nach 1-2 mal joggen, waren die Probleme gleich wieder da. Könnten Sie mir kurz und knapp sagen wie ich am besten vorankomme. Kann ich bei dem exzentrischen Training auch in den Schmerz reingehen? Sollte ich mehrmal täglich viel kühlen? Ich wäre sehr dankbar, wenn Sie mir weiterhelfen könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Nick Ferl

Antworten

Antony 28. März 2019 um 9:37

Hallo Nick

gehts dir jetzt besser?
Ich leide auch seit zwei Jahren daran. Ich habe kürzlicch eine fokussierte Stosswellentherapie hinter mich gebracht. Es ist viel versprechend.

Hast du auch noch Tipps?

Antworten

Lea Lachenmayer 8. Juni 2019 um 12:36

Wie lange muss man bei dem Patellspitzensyndrom Pause machen?
Ich spiele nämlich Tischtennis als Leistungssport und sollte das wissen.
LG Lea

Antworten

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